Alles begann an einem Freitag, genauer gesagt an dem Freitag in der Woche vor dem Weltjugendtag in Köln. Wegen diesem waren nämlich vorübergehend bei uns in der Gemeinde ca. 20 Amerikaner bei Gastfamilien untergebracht, mein Kumpel Hannes hatte auch zwei von denen und ich bin interessehalber auch gekommen als die Amis ankamen. Nach bayerischer Tradition wurde den beiden gleich mal ein Weißbier angeboten, diese waren darüber absolut entsetzt weil sie ja ERST 19 sind und damit keinen Alkohol trinken dürfen.
Nach einem "kleinen" Grinser seitens des Gastgebers frageten sie dann ganz erstaunt ob er denn schon mal betrunken war, dieser antwortete auf diese Frage mit einem bescheidenen "sometimes", zutreffender wäre gewesen "jes, every day" worauf die beiden Gäste noch erstaunter waren und den Mut der Bayern rühmten weil wir uns trauen in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken. Am Abend gab es dann in Landshut, ca. 15 km von unserem Heimatort entfernt, ein Open Air für die Gäste aus aller Welt die über den Landkreis verteilt untergebracht waren. Wir fuhren mit zwei Autos, also insgesamt 10 Leuten hin, davon 2 Amerikaner, von denen einer bei der Hinfahrt schockiert den Tacho filmte und offenbar von km/h noch nie was gehört hat.
Am Veranstaltungsort, eine große Wiese auf der eine Bühne und ein Haufen Bierbänke standen, angekommen gesellten sich die beiden Amis zu anderen Landsleuten und wir setzten uns an einen Tisch und tranken Bier, die
beiden Fahrer nur Radler(hehe). So gegen 23:00 Uhr wollten die Amis dann heim und Hannes erklärte sich bereit die erste Fuhre heimzubringen, dieser Wagenladung schlossen sich auch noch andere an, sodass noch fünf Leute von uns auf dem Festplatz verblieben, namentlich Martl, Uli, Bernhart (der Fahrer), Wipp und meine Wenigkeit. 3 oder 4 Bier später, so gegen 24:00 Uhr neigte sich dann auch die Veranstaltung seinem Ende entgegen und es wurde saukalt, also beschlossen wir ebenfalls zu fahren, unterwegs diskutierten wir wo wir nun noch hingehen sollten, bei uns am Ort gibt es nur begrenze Möglichkeiten, einerseits das Gasthaus Seisenberger, das aber irgendwann ma zumacht, dann den Billard Salon, wo aber immer massig streitsüchtige Türken verkehren, Rudis Bierstüberl, das um 3 Uhr schließt und bei Jimmek, da sind aber immer die ganzen Nazis drin.
Wir beschlossen erstmal beim Seisenberger einzukehren und dann weiterzusehen, Bernhard ließ uns vor dem Gasthaus aussteigen und fuhr dann nach Hause, er musste am nächsten Tag arbeiten, also betraten wir die Gaststube nur noch zu viert. Wir blieben allerdings nicht besonders lang weil lauthals über Politik diskutiert wurde und man sich kaum unterhalten konnte, so tranken wir nur jeder 2 Weißbier und gingen dann zum Rudi, allerdings nur zu dritt, Uli hatte keine Lust durch den ganzen Ort zu latschen und ging heim. Martl, Wipp und ich ließen uns nicht beirren und hielten an unserem Plan fest und gingen in richtung Bierstüberl, allerdings standen wir irgendwann vor dem ca. 2 km entfernten Altenheim von wo aus wir uns neu orientierten und dann doch zum Rudi fanden, dieser war aber gar nicht da, sondern die Eva und ein Mädel das ich nicht kannte, egal, bei der konnte man auch Cuba bestellen und so blieben wir bis ca. 3:20 Uhr da wobei wir so manchen interessanten Gesprächspartner kennenlernten, beispielsweise einen nach Mafiosi aussehneden Typen mit fettigen
Haaren, Bärtchen und Anzug der allerdings sehr nett und umgänglich war. Als dann die Eva doch mal zumachen wollte sahen wir uns gezwungen uns zu entscheiden ob wir nach Hause oder gegenüber zum Jimmek gehen sollten, die Wahl fiel einstimmig auf Jimmek weil einerseits noch niemand, von uns dreien, gehen wollte und andererseits wir noch nie irgendwelche Schwierigkeiten mit den Rechten hatten.
Zu Handgreiflichkeiten wärs dann allerdings doch fast gekommen als der Martl irgendwann anfing ein Lied von Hans Söllner zu singen in dem die Preußen nicht gerade als Respektspersonen beschrieben werden und binnen weniger Sekunden sangen quasi alle Anwesenden mit, mit Ausnahme des einzigen Preußens im Raum, ausgerechnet auch noch ein Berliner der sich in seiner Ehre gekränkt fühlte (irgendwie kann ich ihn verstehen) und dann mit diversen rüden Worten auf den Lippen aufn Martl losgegangen ist, der allerdings war nicht faul und haut dem Heini auf das Maul,
letzten Endes wurde dann der Berliner vom Jimmek aus der Kneipe geworfen bevor die Situation eskalieren konnte.
Im Laufe der Zeit leerte sich dann der Raum und gegen 7 Uhr morgens am Samstag waren dann nur noch Martl, ich, der schlafende Wipp, ein sehr kontaktfreudiges Mädel deren Namen ich vergessen hab und noch ein paar, sehr umgängliche, Vertreter der braunen Fraktion übrig, wir begannen dann noch einen Schafkopf mit den beiden bevor wir gegen 7:30 Uhr
rausgeworfen wurden weil irgendwann ma Schluss sein müsse, meinte zumindest der Jimmek.
Kaum aus der Kneipe draußen fiel uns ein dass ja der Hannes mit seinen Amerikanern heute nach München fährt, zwecks Stadtbesichtigung. Wir beschlossen mitzufahren und machten uns auf den Weg zu seinem Haus, eben in dem Moment in dem wir dort ankamen, kamen die drei aus der Tür und wir fragten an ob wir nicht mitkommen dürften, leider nahm er uns
nicht mit, mit der Begründung er hätte keine Lust das Auto putzen zu müssen, keine Ahnung was er damit meinte. Enttäuscht zogen wir von dannen und beschlossen kurzerhand ein kleines Weißwurstfrühstück zu veranstalten, wir gingen also zum Metzger, wobei uns lustigerweise meine Oma über den Weg lief und mich fragte warum ich so früh denn schon auf wäre, ich erzählte ihr irgendwas harmloses, alles muss sie auch nicht wissen, anschließend gingen wir noch zum Bäcker um Brezen und dann zum Wipp nach Hause weil der am nächsten wohnte. Dort angekommen aßen wir die Würste und tranken dazu Weißbier, nach dieser Stärkung forderte uns der kleine Bruder an der Playstation zu einem Rennen heraus, trotz mehrerer Promille schaffte ich es nur mit ca. 30 Sekunden Rückstand zu verlieren, worauf ich sehr stolz bin.
Danach bin ich dann irgendwie in wipps Zimmer auf einem Stuhl eingeschlafen und gegen 11 Uhr wieder aufgewacht, dann ging ich nach Hause und das ist das Ende meines schönsten Ferienerlebnisses.
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